Paketwahnsinn an Black Fridays

Black Friday!

Gerade lese ich im Internet die Schlagzeile:
Black Friday Woche vom 20. – 30. November!

Finde die Fehler, kann man da nur sagen.

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Am Singles Day in Asien hat Alibaba angeblich an einem Tag über 56 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Der Singles Day war ursprünglich die Schnapsidee chinesischer Studenten, die am 11.11., einem Tag mit lauter Einsen, ihren Single-Status feiern wollten. Ein Anti-Valentinstag quasi. 2009 griff Alibaba diese Idee auf und machte daraus den Rabatt-Singles Day, vergleichbar mit den Black Fridays, Cyber Mondays oder Prime Days in den USA.

Heutzutage reicht ein Tag natürlich nicht mehr aus. Der diesjährige Singles Day ging bereits vom 1.11.bis zum 11.11. Ich bin gespannt, wann er vom 1.1. bis zum 11.11. geht? Dann wäre es zumindest irgendwie ehrlicher? Oder werden Rabatte nicht mehr, wie wir alle annehmen dürfen, zuvor aufgeschlagen?

Und damit sind wir auch schon bei obiger Schlagzeile: Der Black Friday zieht sich also bereits über eine Woche, die nicht nur sieben, sondern sogar zehn Tage hat. Am 10. Tag schuf der Handel den Rabatt. Da war eine frühere McDonalds Werbung noch ehrlicher: Los Wochos!

Paketwahnsinn an Black Fridaysunsplash©claudio-schwarz-purzlbaum-Pakete

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Dabei sind Rabatte für jeden Vertrieb und Verkäufer ein zweischneidiges Schwert.

  • Die hohen Umsätze, die an den Rabatt-Tagen gefeiert werden, dürften an vielen anderen Tagen fehlen. Denn wir Verbraucher sind „ja nicht blöd“, wie ein anderer bekannter Slogan lautete – und warten mit der Anschaffung eben auf den nächsten Prime-Day. Oder einen anderen „SALE“.
  • Zudem werten Rabatt-Aktionen den Wert eines Produktes in meinen Augen doch ziemlich stark ab. War das Produkt den ursprünglichen Preis gar nicht wert? Oder wollte sich der Händler nur mit einem Mondpreis die Taschen voll machen und mich so schnell über die Ladentheke ziehen, dass ich mir weder Gedanken über die Reibungshitze, noch über die Preisgestaltung machen konnte?
  • Hat man seine Kunden erst einmal an Rabatte und Boni gewöhnt, darf man sich anschließend nicht wundern, wenn verstärkt Rabatte eingefordert werden.
  • Und schließlich ziehen Rabatte mitunter eine Gruppe von Kunden an, die man charmant ausgedrückt nicht als Wunschkunden bezeichnen würde. Nach dem Motto: Einmal etwas gekauft, dafür lebenslang umsonst Support gewünscht.

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Was antwortet man also am besten auf einschlägige Fragen seitens des Kunden wie:
„Welchen Rabatt können Sie da noch einräumen?“

  • „Ist Rabat nicht eine Stadt in Marokko?“
  • „Danke für den Hinweis: Ich habe ja die Transportkosten ganz unterschlagen.“
  • „Den Strauß Blumen für die Gattin hätte ich jetzt fast vergessen.“

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Aus den genannten Gründen würde ich es mir als Verkäufer sehr genau überlegen, ob ich Preisnachlässe anbiete oder nicht.

Ich muss jetzt aber los: Der Black Friday ruft!

 

 

 

 

 

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