Goldfisch vs. Mensch!

Zuerst zum Faktencheck:
Kürzlich bin ich auf eine 2015 durch Mircosoft‘s Canadian Advertising Office durchgeführten Studie gestoßen, nach der die Aufmerksamkeitsspanne, in der sich Menschen auf eine Sache konzentrieren können, bei acht (8) Sekunden liegen soll. Der Clou bei der Sache und eine werbewirksame Headline gab der Studie ihre weltweite Aufmerksamkeit:
Demnach seien Goldfische mit neun (9) Sekunden aufmerksamer als Menschen, die es nur auf acht (8) Sekunden bringen würden!

Eine entsprechende Studie zu den Goldfischen ist allerdings nicht auffindbar. Verwiesen wird lediglich auf eine Meldung von Statistic Brain ohne weitere, valide Daten. Mir ist diese Geschichte schon früher als „Regenwurm-Märchen“ im Hinterkopf geblieben, nachdem eben Regenwürmer länger bei einer Aufgabe bleiben könnten als Menschen.

Wie auch immer! Eines scheint sicher: Unsere Aufmerksamkeit lässt nach!

Esteban Bernal by Unsplash

Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Machen wir eine kleine Zeitreise von 15, 20 oder 30 Jahren, stellen wir fest, dass die auf uns einströmenden Informationen in rasender Geschwindigkeit jährlich zunehmen. Wir zappen uns durch unzählige TV-Programme, googeln Hintergrundinformationen und scannen die sozialen Medien. Business machen wir nur noch online und mit dem Smartphone, während uns Siri durch jeden fremden Großstadtdschungel lotst.

Dazu passt ganz wunderbar ein Zitat von John Naisbitt:‘
„Wir ertrinken in Informationen, doch wir hungern nach Wissen!“ 

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Informationen sind für uns lediglich ein Grundrauschen. Von den angeblich über 10.000 Einzelbotschaften, die unseren Alltag berieseln, erreichen nur ganz wenige unseren Wahrnehmungshorizont. Das sind genau die, nach denen wir gerade suchen oder die uns irgendwie betreffen und neugierig oder eben betroffen machen!

Nebenbei bemerkt: Informationen werden erst dann zu Wissen, wenn man sie selber durchdenkt, sich mit ihnen beschäftigt, sie in sein vorhandenes Wissensnetzwerk einbaut und mit dem vorhandenen Wissen verknüpft. Verfügbar bleibt dieses Wissen durch Anwendung und Wiederholung!

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Damit wir aus dieser netten Story relevante Punkte mitnehmen können, verweise ich noch kurz auf folgende Fragen, die jeder für sich klären sollte:
Aufmerksamkeit ist das Fokussieren auf eine bestimmte Sache, wie mit einem Brennglas. Achtsamkeit ist das umfassende Wahrnehmen seines ‚Hier und Jetzt‘ wie mit einer Tasse, die mit einer Flüssigkeit gefüllt wird.

Goldfische oder Regenwürmer mögen ein Eye-Catcher sein, sind aber keine Zielgruppe.
Auch ‚Menschen‘ sind keine Zielgruppe, das sind eher ‚Selbstständige, KMU oder Großunternehmen‘.

Der Begriff ‚KMU‘ z.B. hat sich zwar etabliert, bedarf jedoch genauerer Erklärung: Welche Klein- und Mittelgroßen Unternehmen sind gemeint? Nur die in einer definierten Region? Alle Maschinenbau- oder Softwarefirmen? Alle Geschäftsführer, Vertriebsleiter oder Human-Ressourcen-Manager?

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Vermutlich kennen die meisten von uns auch die Sache mit der Schublade? Demnach machen wir uns von jedem Menschen, den wir kennenlernen, innerhalb der ersten sieben (7) Sekunden ein bestimmtes Bild und legen es in einer Schublade ab. Seien es jetzt drei, fünf oder neun Sekunden: Es geht offensichtlich um den ersten Eindruck!

Und dieser erste Eindruck sollte einen starken Eye-Catcher besitzen, um die Aufmerksamkeit seiner genau definierten Zielperson zu gewinnen.

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Wie das gelingt?

Man zieht die Mokassins der Person seines Begehrens an und versetzt sich in ihre Lage. Welche Probleme muss sie aktuell lösen? Welche Wünsche treiben sie an? Nach welchen Kriterien wird sie mit welchen Schlagworten suchen? Im Prinzip ist es ein Spiel wie bei Tinder & Co. Wird man für die gewünschten und erhofften Kontakte sichtbar, die gerade nach Goldfischen oder Regenwürmern suchen? Viel Glück dabei!

 

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